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Unwetter, Starkregen, Hochwasser

Zahlreiche schwere Unwetter mit Starkregen und extrem viel Niederschlag innerhalb kürzester Zeit haben uns als Feuerwehr veranlasst, aus der Einsatzerfahrung entstandene Tipps an die Bürger weiter zu geben. Nachdem in den letzten Jahren (speziell im Sommer) Unwetter mit viel Niederschlag (Starkregen) immer häufiger aufgetreten sind, bitten wir die Bürger für ihren privaten Bereich folgendes zu überprüfen und zu veranlassen:

  • Risikovorsorge durch eigene Elementarversicherungen, zusätzlich zur Hausrat und Gebäudeversicherung 
  • Achten Sie auf die Unwetterwarnungen im Radio und auf die angegebenen Niederschlagsmengen!
  • Lage des Grundstückes überprüfen:

 

 1. Liegt das Haus an einem Hang, in einer Senke im Tal wo ist der nächste Bach, Ufer? Welchen Verlauf nimmt das Regenwasser normalerweise? -> Sind die Regenrinnen bzw. Dachentwässerungen frei? Wo läuft das Wasser hin? Bedenken Sie, das große Wassermengen auf einer große Dachfläche zusammenkommen können! 

2. Eventuell Bretter, Folien und Sandsäcke ((Riesel sind besser als Sand)) bereit halten und Regen beobachten! Nachbarn sensibilisieren! 

3. Lage des nächsten Gullys: falls der Gully durch Laub oder Äste verlegt oder verstopft ist, muss man ihn finden und bei Bedarf frei räumen können! -> deshalb Kennzeichnen (z.B. am Zaun) , damit Sie ihn finden oder der Feuerwehr zeigen können! 

4. Haben Sie im Keller einen Gully bzw. einen Wasserablauf mit einem Kanalwasser - Rückstauverschluss? ->evtl. zur Überprüfung mit der Sanitär- Installationsfirma in Verbindung setzen! 

5. Lage der Lichtschächte zum Hang hin überprüfen (Möglichkeiten zum wasserdichten Abdecken!)

6. Gibt es offene Einlässe bzw. Durchbrüche in den Keller (insbesondere bei Baustellen oder Neubauten)? -> verschließen! 

7. Gibt es von außen Türen in den Keller (Kellerabgang)? -> gegen Wassereindringen schützen (z.B. Sandsäcke, Wasserrückhalteeinrichtung, Schwellen, Schott)!

8. Hochlagern von wertvollen Gegenständen, Dokumenten sowie Möbeln: sehen Sie mal in ihrem Keller oder ihrer Garage nach, was da so alles am Boden steht! -> eventuell wertvolle Gegenstände in Regale hoch lagern oder in oberen Stockwerke bringen! 

9. In einer Garage/Tiefgarage dürfen keine brennbaren Stoffe lagern! Eine Garage ist kein Lagerraum! Fahrzeuge an überschwemmungssichere Orte bringen.

10. Achten Sie auf Gebinde mit wassergefährdenden Flüssigkeiten, die aufschwimmen und auslaufen können! -> nicht im Keller lagern! Gefährliche (vor allem brennbare) Flüssigkeiten in Sicherheit bringen bzw. Behälter verschließen und festbinden

11. Achten Sie, wenn vorhanden, auf Ihren Öltank (insbesondere Kunststofftanks)! -> lassen Sie ihn gegen aufschwimmen (zB. Stahlbänder) und den Druck von aussen sichern (Fachfirma)! Eventuell Lüftungsleitungen an den Tanks über die maximal erwartete Wasserhöhe verlängern.

12. Achten Sie auf Elektrogeräte oder Elektroleitungen im Keller (Feuchtraumverlegung) -> Strom und Gas abstellen, elektrische Geräte ausstecken.

  • Vorsicht, wenn es soweit ist! Sicherheitshinweise beachten! Ruhe bewahren!

1. Haben Sie Gummistiefel, Regenkleidung, Schaufel, Rechen, Taschenlampe, Notbeleuchtung (kein Feuer oder offenes Licht verwenden, da Brennstoffleitungen eventuell beschädigt wurden - Explosionsgefahr), Mineralwasserflaschen zur Hand? Wo ?? 

2. Wenn Kanalabläufe verstopft sind: beim Freiräumen entsteht ein unglaublicher Sog, der abhängig vom Querschnitt des Rohres ist (es wurden schon erwachsene Männer durch offene Schächte gezogen!)

3. Kellerräume erst auspumpen, wenn der Pegel von alleine sinkt, da das im Keller befindliche Wasser Gegendruck gegen den hohen Wasserdruck von außen erzeugt und damit Schäden am Gebäudefundament verhindert.

4. Überschwemmte Bereiche - vor allem Tiefgaragen - meiden beziehungsweise überschwemmungsgefährdete Gebiete verlassen. Versuchen Sie nicht ihr Auto noch rauszufahren. Vorsicht beim Gehen in übefluteten Räumen, da am Boden oft Gegenstände liegen und Treppen und Türschwellen rutschig sein können.

5. Von angeschlossenen elektrischen Geräten und Leitungen fernhalten (auch im Keller), da Kurzschluss- und Stromschlaggefahr besteht. -> Sicherungen der betroffenen Bereiche herausnehmen

6. Keine Nahrungsmittel verwenden, die mit Wasser der Überschwemmung in Kontakt gekommen sind; Trinkwassser abkochen.

7. Öffnen Sie keine Türen, hinter denen das Wasser schon steht! -> Türen können mit großer Wucht aufschlagen und Sie haben nicht ausreichend Kraft, die Türe wieder zu schließen.

8. Vorsicht an Wasserläufen, hier kann das Wasser schnell ansteigen und Sie mitreißen (Lebensgefahr). Fließende Gewässer möglichst nicht zu Fuß bzw. ohne Sicherung durchqueren.

9. Mit dem Auto überflutete und teilüberflutete Straßen meiden, auch wenn keine Absperrung erfolgt ist. Achten Sie auf angehobene Kanaldeckel und offene Kanaleinläufe. Fahren Sie nicht in Überflutete Unterführungen! -> Der Motor kann Totalschaden erleiden, wenn er Wasser ansaugt. Ihr Auto schwimmt, wenn das Wasser eine bestimmte Höhe erreicht hat, und kann dadurch nicht mehr gesteuert werden.

10. Bei deutlicher Verunreinigung des Wassers mit Öl Feuerwehr benachrichtigen!

 

Rückstau

Bei extremen Regenfällen kann die Kanalisation die Wassermassen nicht mehr voll aufnehmen. Der Abwasserspiegel steigt in den Kanalstrecken und Revisionsschächten bis zur Rückstauebene (meist Straßenoberfläche) und drückt in die Hausanschlusskanäle - über Entwässerungsleitungen werden tieferliegende Gebäudebereiche "geflutet". Die Kommunen legen die Größe ihrer Kanalisation nach dem sogenannten Berechnungsregen aus. Das bedeutet, dass Extremniederschläge von der Kanalisation nicht in vollem Umfang weggeführt werden. Jeder Gebäudeeigentümer muss sich daher selbst gegen Rückstau schützen. Auch wenn es bisher in ihrem Gebäude noch nie zu einem Rückstau kam, kann nicht darauf vertraut werden, dass ein solcher für immer auszuschließen ist. So kann zum Beispiel ein Rückstau auch durch größere Fremdkörper im Rohrsystem oder Kanalnetz oder durch einen Rohrbruch auch ohne extreme Niederschläge eintreten.

 

Maßnahmen / Verhalten bei Sturm

Bei Sturm und Orkan mit hohen Windgeschwindigkeiten sorgen der Winddruck und die Zugkräfte für Schäden. Besonders Böen mit starken Windbeschleunigungen können erhebliche Schäden verursachen. Dächer oder Teile davon können abgedeckt werden, Bäume, Strommasten, Antennen u.ä. von der Gewalt des Windes geknickt werden. Besonders Gegenstände, die dem Wind eine Angriffsfläche bieten (wie z.B. Markisen, Zelte, Schirme, Überdachungen u.ä.), können durch die Böen gelöst werden. Auto- und Motorradfahrer müssen beim Verlassen eines Waldstückes, eines Tunnels oder einer windgeschützten Lage mit heftigem seitlichem Druck rechnen..

Die meisten Todesfälle bei Sturm werden durch herabfallende Äste, Trümmer oder herumfliegende Gegenstände verursacht.

 

Verhalten der Bevölkerung VOR dem Sturm:

  • Vermeiden Sie den Aufenthalt im Freien
  • Schließen Sie alle Türen, Fenster, Dachfenster, Luken, Lichtkuppeln und rollen Sie Markisen auf
  • Bringen Sie im Freien stehende Gegenstände in das Haus und stellen Sie Ihr Auto - wenn möglich - in die Garage. Stellen Sie ansonsten Ihr Auto nicht unter Bäume oder unmittelbar neben Häusern ab.
  • Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind besteht die Gefahr von herunterfallenden Gegenständen (Äste, Dachpfannen). Unterbrechen Sie daher Ihre Fahrt und suchen Sie einen geschützten Bereich (unter Brücken, in Parkhäusern o.ä.) auf

... WÄHREND des Sturms:

  • Verlassen Sie auf keinen Fall Ihre schützenden Räumlichkeiten, da die Gefahr von herabfallenden Ziegeln, Ästen, umstürzenden Bäumen etc. gegeben ist. Wenn Sie sich im Freien aufhalten müssen, meiden Sie die Nähe von Gebäuden, Gerüsten, hohen Bäumen und Strommasten!
  • Nehmen Sie während des Sturmes keine Sicherungsarbeiten im Freien mehr vor. Aufräumarbeiten sollten erst nach Ende des Sturmes begonnen werden.
  • Schäden, die sich auf Ihrem Privat-Grundstück ereignet haben, fallen üblicherweise nicht in den Aufgabenbereich der Feuerwehr, sondern müssen von Fachfirmen beseitigt werden (umgestürzter Baum etc.)

... NACH dem Sturm:

  • Bei Ausfall des Telefons können Sie aktuelle Informationen betreffend die allgemeine Lage über das Radio entnehmen. Bei Stromausfall können Sie Informationen über das Autoradio einholen.
  • Sollten Sie die Feuerwehr oder Polizei benachrichtigt haben, nutzen Sie die Wartezeit bereits für erste eigene Maßnahmen. Je kürzer die Feuerwehr bei dem einzelnen Bürger arbeiten muss, desto mehr Bürgern kann im Gesamten geholfen werden.
  • Am Boden liegenden oder abgerissenen Stromleitungen dürfen Sie sich auf keinen Fall nähern.
  • Überprüfen Sie Ihr Haus bzw. Ihre Wohnung auf Sturmschäden. Zeigen Sie den festgestellten Schaden unverzüglich Ihrem Versicherer an.

 

Verhalten bei Gewittern

Zunächst vorweg: Vergessen Sie bitte den Spruch:
"Eichen sollst du weichen, Buchen mußt du suchen".
Ein Blitz sucht sich nicht die Baumart aus, sondern
schlägt in alle Bäume ein, die besonders exponiert stehen.

Der Blitz ist das gefährlichste am Gewitter. Immerhin gibt es auf der Erde 9 Millionen Blitze pro Tag und 2000 Gewitter. In Deutschland ist das Gewitter hauptsächlich ein Frühjahrs- und Sommerphänomen. Im Winter sind Blitzentladungen sehr selten und extrem selten tödlich.

Das Entstehen von Gewittern ist immer noch nicht genau geklärt. Auf jeden Fall baut sich ein großer Spannungsunterschied zwischen den unteren und oberen Teilen der Wolke auf. Übersteigt die Spannung einige Hundertausend Volt, entlädt sich der Blitz da die Isolierung der Luft zusammenbricht. Nach einer Vorentladung baut sich vom Boden aus die Hauptentladung auf.

In der Nähe eines Blitzkanals ist es am gefährlichsten. Im Umkreis von bis zu 10 Metern um einen Blitzeinschlag kann es noch zu direkten Auswirkungen auf den Organismus kommen. Innerhalb von 1-2 Metern oder gar ein direkter Schlag, kann tödlich enden. Meist gibt es schlimmste Verbrennungen und einen Herz-Kreislauf-Stillstand.
Nur 50 % aller Blitzopfer überleben!

Ein Gewitter ist sehr nahe, wenn zwischen Blitz und Donner weniger als 10 Sekunden vergehen.

In absoluter Sicherheit ist man trotz Blitzableiter nur in einem Faradayschen Käfig. Dies ist ein geschlossener Käfig aus Metallstäben in den kein Blitz der Welt eindringen kann. Das Auto wirkt als so ein Käfig und ist sehr sicher. In freier Natur ist man vor Blitzentladungen nie ganz sicher. Besonders Baden ist lebensgefährlich.

Am besten ist es sich in Hocke in einen Graben zu setzen, falls kein anderer sicherer Ort oder ein Auto erreicht werden kann. Die Wahrscheinlichkeit getroffen zu werden ist dann gering.

Ein Wald ist kein guter Ort um sich bei einem Gewitter zu schützen. Jederzeit kann der Blitz in einen Baum einschlagen und Gewitterböen können Äste abbrechen lassen. Sogar ganze Bäume können entwurzelt werden. 

Blitze treten in einem Gewitter nicht nur bei Regen auf. Auch außerhalb des Regengebietes entladen sich Blitze. Um ein Gewitter herum ist es deshalb ebenso gefährlich wie direkt im Zentrum!

Weitere Gefahren drohen in einem Gewitter durch Hagel. Hagel kann sehr gefährlich werden, wenn die Körner mehr als 1 Zentimeter groß werden. Geschosse von mehreren Zentimeter können zu gefährlichen Verletzungen führen

 

Im Schadenfall:

Rufen Sie im Schadenfall umgehend die Feuerwehr oder den Rettungsdienst (Notruf 112) -> Bedenken Sie beim Notruf über das Handy, dass Sie evtl. Einsatzzentralen außerhalb des Landkreises erreichen. Handynetze können überlastet sein und Sie bekommen kein Netz. Haben Sie ein Festnetztelefon welches auch bei Stromausfall funktioniert?

Machen Sie der Notrufzentrale präzise Angaben!

  • Wer
  • Wo
  • Genaue Örtlichkeit
  • Was
  • Sind Menschenleben oder Tiere in Gefahr?

Machen Sie sich bemerkbar und weisen Sie die Einsatzkräfte ein!

Bedenken Sie bitte, dass es bei großflächigen Schadensausmaßen zu Verzögerungen bis zum Eintreffen der Feuerwehr und Rettungskräfte kommen kann, da es vorkommen kann, dass in der ersten halben Stunde mehrere hundert Notrufe eingehen, die erst koordiniert und dann einzeln abgearbeitet werden müssen. In dieser Zeit sind Sie auf sich gestellt.

Melden sie auf alle Fälle wenn Menschenleben in Gefahr sind.

Quellen: Landesfeuerwehrverband Bayern, Bezirksfeuerwehrverband Oberbayern, Ratgeber Überschwemung der Versicherungskammer Bayern

 

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