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Brandschutz im privaten/häuslichen Bereich

Immer wieder ist festzustellen, dass Brände mit erheblichen Schäden und persönlichen Folgen für Betroffene auf vermeidbare Ursachen zurückgeführt werden können. Leider fehlt gerade im privaten/häuslichen Bereich oftmals das notwendige Brandschutzbewußtsein.

Um menschliches Fehlverhalten gegenüber Brandrisiken von vornherein möglichst gering zu halten und klare Regelungen für ein eventuelles Schadenereignis zu ermöglichen, sollten Sie sich angemessen mit Brandschutzfragen auseinandersetzen. Mit Kindern sollte ebenfalls über Brandschutz gesprochen werden, da spielende Kinder noch nicht die Gefahren kennen, die mit Feuer verbunden sind.

Die folgenden Tipps und Hinweise sollen Ihnen hierbei durch grundsätzliche Informationen und Verhaltenshinweise helfen und Anregungen geben, um Risiken möglichst klein zu halten.

Vorbeugen ist immer besser als Löschen!

Die meisten Brände im privaten Wohnbereich, durch die Menschen zu Schaden kommen, brechen nachts zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr aus. Die Bewohner werden von einem Brand im Schlaf überrascht. Brandopfer kommen meist nicht durch die Flammen, sondern durch Brandrauch ums Leben. In Deutschland spricht man von jährlich ca. 200.000 Bränden in privaten Haushalten mit 800 Brandtoten (davon 200 Kinder) und ca. 6.000 Brandverletzten mit Langzeitschäden.

Brandtote sind Rauchtote: die Mehrheit stirbt an einer Rauchvergiftung!

Brandrauch:

  • wirkt einschläfernd und erstickend
  • behindert die Atmung, ist giftig und teilweise ätzend (eine Rauchvergiftung kann nach 2 Minuten tödlich sein)
  • ist heiß, behindert und nimmt die Sicht
  • führt zur Orientierungslosigkeit, Panik und Angst
  • kommt lautlos und kann tödlich sein!

Rauchmelder: (siehe: Rauchmelder retten Leben)

  • Besonders gefährdet sind schlafende Menschen. Giftiger Rauch und tödliches Kohlenmonoxid wecken nicht, sondern führen rasch zur Bewusstlosigkeit.
  • Rauchmelder sind bestens dazu geeignet, die Familie bei der Entstehung eines Brandes durch den lauten Alarmton zu alarmieren.

Verhalten im Brandfall:

  • Bewahren Sie Ruhe und handeln Sie überlegt!
  • Löschen Sie den Brand nur dann selbst, wenn Sie sicher sind, dass Sie es schaffen. Ansonsten verlassen Sie schnell den Brandraum und schließen Sie die Tür hinter sich, um eine Ausbreitung von Rauch und Feuer zu verhindern!
  • Warnen Sie alle Mitbewohner und verlassen Sie umgehend mit ihnen die Wohnung (nehmen Sie keine Gegenstände mit)!
  • Helfen Sie älteren oder kranken Menschen und Kindern!
  • Wenn Sie unbedingt durch den Rauch müssen, bewegen Sie sich in Bodennähe!
  • Öffnen Sie keine Türen, die warm oder heiß sind (dahinter könnte das Feuer lauern)!
  • Benutzen Sie keine Aufzüge!
  • Wenn der Weg nach draußen verqualmt ist, gehen Sie in ein rauchfreies Zimmer und machen Sie sich dort am Fenster bemerkbar! (Türritzen mit feuchten Tüchern abdichten!)

 

Alarmieren Sie so schnell wie möglich die Feuerwehr:

Notruf 112

- Wer meldet?

Was ist passiert?

Wo ist es passiert?

Wie viele Menschen sind betroffen, verletzt oder gefährdet?

Warten ob die Feuerwehr noch Fragen hat!

 

Bereiten Sie sich auf den Ernstfall vor:

  • Besprechen Sie mit Ihren Mitbewohnern (Kinder!) die möglichen Fluchtwege und üben Sie diese im Dunkeln immer wieder ein. Prägen Sie sich Ihren Fluchtweg ein - die optimale Orientierung kann im Notfall ausschlaggebend sein!
  • Halten Sie Taschenlampen griffbereit!
  • Informieren Sie sich über den Standort und die Handhabung Ihres Feuerlöschers / Feuerlöschdecke.
  • Alle Heiz-, Koch- und Wärmegeräte für feste, flüssige oder gasförmige Brennstoffe sowie alle Elektrogeräte müssen den anerkannten Regeln der Technik entsprechen.

 

Wichtige Verhaltensregeln:

Haushalt

  • eingeschaltete Herdplatten und Öfen nie unbeaufsichtigt lassen
  • die Küche nicht verlassen, solange der Herd in Betrieb ist
  • sollte Fett in der Pfanne brennen, Flammen mit Löschdecke oder großem Topfdeckel ersticken; niemals Wasser zum Löschen nutzen
  • Streichhölzer, Feuerzeuge, Spraydosen und leicht entzündliche Flüssigkeiten für Kinder unerreichbar aufbewahren
  • Dunstabzugsfilter sollten regelmäßig ausgetauscht werden. Filter saugen sich mit der Zeit mit Fett voll und das erhöht die Brandgefahr
  • unter Dunstabzugshauben niemals flambieren.

 

Umgang mit offenem Feuer

Fahrlässiger Umgang mit offenem Feuer und Licht ist eine der häufigsten Brandursachen im häuslichen Bereich.

  • Durch Rauchen im Bett und unbeaufsichtigt oder weggeworfene brennende Zigaretten gefährden Sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere.
  • Asche, Zigarettenkippen und Kerzen, die frisch gelöscht wurden und noch heiß sind, dürfen niemals in den Mülleimer oder in den Müllcontainer entsorgt werden
  • Streichhölzer und Feuerzeuge sind keine geeigneten Spielzeuge für Kinder und müssen für diese unerreichbar sein.
  • Schweiß-, Löt- und Heißtrennarbeiten sollten nur von Fachleuten und unter Berücksichtigung erforderlicher Brandschutzmaßnahmen durchgeführt werden.
  • Kerzen auf Adventskränzen und Weihnachtsbäumen müssen so angebracht sein, daß Zweige und Dekoration nicht in Brand geraten können.
  • Der Umgang mit Feuerwerkskörpern erfordert auch von Erwachsenen Vorsicht.

 

Umgang mit Elektrogeräten

Viele Elektrogeräte entwickeln betriebsbedingt oder bei Betriebsstörungen Wärme, die insbesondere bei unbeaufsichtigten Geräten immer wieder zu Bränden führt.

  • Heizgeräte/-strahler nicht auf brennbare Materialien richten; Abstand halten.
  • Bügeleisen nicht auf brennbaren Gegenständen absetzen; bei Arbeitsunterbrechung abschalten.
  • Heizkissen und Heizdecken nicht unbeaufsichtigt betreiben. Defekte Geräte nicht benutzten.
  • Wasserkocher und Tauchsieder nur bei ausreichendem Flüssigkeitsstand einschalten und nicht unbeaufsichtigt lassen.
  • Eingebaute Fernsehgeräte müssen eine ausreichende Wärmeableitung besitzen. Abstand zu brennbaren Stoffen halten, bei längerer Abwesenheit Netzstecker ziehen.
  • Reparaturen an elektrischen Geräten nur durch zugelassene Fachkräfte ausführen lassen. Beim Kauf elektrischer Geräte auf CE- und VDE-Kennzeichen achten
  • Elektroinstallationen (Sicherungstafeln, verlegte Leitungen, Schalter usw.) müssen fachgerecht ausgeführt und ausreichend abgesichert sein.

 

Rettungswege

Flure und Treppen dienen im Gefahrfall der/Ihrer schnellen Rettung. Zufahrten und Bewegungsflächen für die Feuerwehr sind notwendige Voraussetzungen für schnelle und wirkungsvolle Hilfe.

  • Flure und Treppen müssen in voller Breite begehbar sein und dürfen niemals durch Gegenstände, insbesondere brennbare Materialien, verstellt sein.
  • Feuerwehrzufahrten und Bewegungsflächen, die für Rettungs- und Brandbekämpfungsfahrzeuge bestimmt sind, können nur dann ihren Zweck erfüllen, wenn sie z.B. nicht durch geparkte Fahrzeuge blockiert werden oder zugewachsen sind.
  • mit Kindern und Familienmitgliedern für den Brandfall einen Rettungsweg und Treffpunkt vereinbaren

Brandschutzeinrichtungen

Notrufeinrichtungen

Kenntnisse über die nächstgelegene Notrufeinrichtung müssen allen Hausbewohner bekannt sein.

  • Wo befindet sich das nächste Telefon? Die Feuerwehr erreichen Sie unter der Telefonnummer 112!
  • Ist in der Nähe eine Feuermelder bzw. eine Brandmeldeanlage vorhanden?

 

Selbsthilfeeinrichtungen

Auch Kenntnisse über vorhandene Hilfsmittel sollten allen Hausbewohner bekannt sein.

  • Wo befinden sich Feuerlöscher? Wie werden diese bedient?
  • Sind weitere Einrichtungen (z.B. Löschdecken oder Wandhydranten) vorhanden?

 

 

Besonderheiten von Materialien bzw. brennbaren Stoffen

Bekleidungs- und Dekorationstextilien

Bekleidungs- und Dekorationstextilien enthalten oft einen hohen Anteil von brennbaren oder schmelzbaren Fasern.

  • Kleidungsstücke, besonders für Kinder, sollten nicht aus leichtentflammbaren Stoffen bestehen.
  • Bei unvorsichtigem Umgang mit offenem Feuer können Synthetikstoffe leicht in Brand geraten und durch Einschmelzen auf der Haut schwere Verletzungen hervorrufen.
  • Brennbare Dekorationstextilien und Vorhangstoffe tragen oft zur schnellen Brandausbreitung bei.

Kunststoffe

Die meisten Kunststoffe sind brennbar und verursachen eine intensive Rauchentwicklung. Im Brandfall kann dieser Umstand Rettungswege in ihrer Nutzung einschränken und zu Rauchvergiftungen sowie großen Folgeschäden führen.

  • Stellen Sie keine Kunststoffbehälter auf oder in die Nähe von heißen Oberflächen (z.B. Herdplatte).
  • Niemals glimmende Tabakreste in Papierkörbe oder heiße Asche in Kunststoffbehälter. Insbesondere sind in diesem Zusammenhang Foliensäcke sehr gefährlich.

Brennbare Flüssigkeiten

Brennbare Flüssigkeiten entwickeln Dämpfe, die entzündlich und explosionsgefährlich sind.

  • Benzin, Heizöl und Lösungsmittel nicht in Durchgängen, Durchfahrten, Treppenräumen, Haus- und Stockwerksfluren lagern.
  • In Kellern von Wohn- und Bürohäusern dürfen brennbare Flüssigkeiten (mit Ausnahme von Heizöl, das vorschriftsmäßig zum Betrieb von Heizungsanlagen untergebracht ist) nicht gelagert werden. Das gleiche gilt für Druck- und Flüssiggasflaschen.
  • Geringe Mengen für den täglichen Gebrauch müssen innerhalb der Wohnung sicher aufbewahrt werden. Dämpfe brennbarer Flüssigkeiten sind meistens schwerer als Luft, breiten sich unsichtbar am Boden aus und können sich selbst an entfernten Stellen entzünden.
  • Keine offenen Flammen in der Nähe offener brennbarer Flüssigkeiten verwenden.

Spraydosen

  • Meist ist der Inhalt von Spraydosen (Druckzerstäuberdosen) brennbar; diese Dosen nicht der Wärmestrahlung (Sonne, Heizung) aussetzen.
  • Spraydosen nicht in der Nähe offener Flammen benutzen.
  • Leere Spraydosen können noch Reste brennbarer Flüssigkeiten enthalten, nicht ins Feuer werfen.

 

 

Brandgefahr durch Lagerung in Dachräumen

Durch Brände in Dachräumen entsehen meist sehr große Sachschäden. Die Bekämpfung eines Brandes unterhalb der Dachhaut stellt erhebliche Anforderungen die Feuerwehr. Wirksame Löschmaßnahmen sind aufgrund der schlechten Erreichbarkeit nur schwer möglich sind. Dieser Umstand wirkt sich insbesondere durch eingelagerte, brennbare Stoffe zusätzlich negativ aus und führt in vielen Fällen zu einer erheblichen Schadenausweitung.

Rechtliche Grundlagen

In Bayern besteht eine "Verordnung über die Verhütung von Bränden ( VVB )", die eine deutliche Aussage vorgibt. So enthält z.B. die VVB des Landes Bayern, i.d.F. vom 25. Nov. 1982, folgende Bestimmungen:

Feste Brennstoffe

  • Feste Brennstoffe dürfen auch nicht in offenen Dachräumen gelagert werden.

Lagerung leicht entzündlicher Stoffe in Gebäuden

  • Leicht entzündbare feste Stoffe dürfen nicht gelagert werden in Treppenräumen, Gängen, Durchfahrten und in offenen Dachräumen ( leicht entzündbar sind z.B. Papier, Pappe, Holzwolle, Heu, Stroh o. ä.).

Offene Dachräume, Luken, Kamine

  • In offenen Dachräumen dürfen Gegenstände nur so gelagert werden, dass noch ausreichend Bewegungsfreiheit besteht, insbesondere ein ungehinderter Zugang zu den Kaminen und zum Dachraum am Dachfuß möglich ist.

Brennbare Flüssigkeiten, Druckgasflaschen

  • Unzulässig ist das Lagern bzw. das Aufbewahren von brennbaren Flüssigkeiten und das Lagern bzw. Aufbewahren von Druckgasbehältern ( -flaschen ) in Durchgängen und Durchfahrten, Treppenräumen und allgemein zugänglichen Fluren, auf Dächern und in Dachräumen von Wohngebäuden, Krankenhäusern, Bürohäusern und ähnlichen Gebäuden.

 

 

Verhalten nach einem Brand

Wenn das Feuer gelöscht ist: ?

Es ist nicht auszuschließen, dass es in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus einmal brennt. Sobald die zuständige öffentliche Feuerwehr den Brand gelöscht hat, ergeben sich für die betroffenen Bewohner viele Fragen und Probleme:

Bei einem Brand entstehen grundsätzlich Schadstoffe, von denen die meisten gasförmig sind. Viele Schadstoffe sind nicht mit dem bloßen Auge zu erkennen.

Bei jedem Verbrennungsprozess entstehen jedoch viele für den Menschen giftige chemische Verbindungen, die beispielsweise an Einrichtungsgegenständen, Nahrungsmitteln und auch Kinderspielzeugen - oft als sichtbarer Russniederschlag - haften bleiben. Das Einatmen und Verschlucken dieser Schadstoffe ist für den menschlichen Organismus auch in geringen Konzentrationen schädlich.

Nur wenn Ihre Wohnung – nicht unmittelbar - vom Feuer betroffen war und auch keine Russspuren zu erkennen sind, können Sie sich dort nach Rücksprache mit der Feuerwehr und sorgfältigem Durchlüften in aller Regel wieder aufhalten.

War Ihre Wohnung jedoch vom Feuer, Ruß oder starker Verrauchung betroffen, sollten Sie nachfolgende Hinweise beachten:

  • Bleiben Sie mit Ihrer Familie zusammen und lassen Sie Ihre Kinder nicht allein!
  • Bei jeder gesundheitlichen Beeinträchtigung oder bei Unwohlsein nach einem Brand suchen Sie unverzüglich einen Arzt auf! In eiligen Fällen alarmieren Sie sofort den Notarzt des Rettungsdienstes (Telefon 112)!
  • Betreten Sie die vom Brand betroffenen Räume erst nach eingehender Rücksprache mit der Feuerwehr und der Polizei. Dieses gilt auch für nur kurze Aufenthalte z.B. zur Mitnahme von Wertsachen und wichtigen Dokumenten.
  • Ist Ihre Wohnung durch Brand, Ruß oder Rauch betroffen, so sollten Sie Unterkunft bei Verwandten oder Freunden suchen. Hilfe erhalten Sie auch bei den Wohnungsämtern der Städte und Gemeinden. Im Zweifelsfall hilft Ihnen auch die örtliche Feuerwehr.
  • Sichern Sie Ihre Wohnung beim Verlassen gegen unbefugten Zutritt (eventuell durch die Polizei).
  • Benachrichtigen Sie sofort Ihren Vermieter bzw. Hauseigentümer!
  • Als Mieter informieren Sie so schnell wie möglich Ihre Hausratversicherung! Sprechen Sie auch über Reinigungs- und Renovierungsmaßnahmen.
  • Als Eigentümer der beschädigten Räume setzen Sie sich mit Ihrer Gebäudeversicherung in Verbindung. Sprechen Sie auch über notwendige bauliche Sanierungsmaßnahmen sowie die Beseitigung des Brandschutts.
  • Durch den Brandrauch verschmutzte Kleidung, Gegenstände oder Kinderspielzeug müssen vor der weiteren Benutzung unbedingt gründlich gereinigt werden. Ein Reinigungserfolg ist häufig, aber nicht immer das Entfernen sichtbarer Russspuren!
  • Nahrungsmittel, die mit Rauch oder Wärme in Kontakt gekommen sind, dürfen nicht mehr verzehrt werden!
  • Zur Beseitigung von Brandschäden haben sich entsprechende Firmen spezialisiert. Die Erreichbarkeit entnehmen Sie bitte den bekannten Informationsquellen (Telefonbuch, Internet)..

 

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei allen Empfehlungen nur um Tipps handelt, aus denen keinerlei Haftungsansprüche abgeleitet werden können!

Quellen: Landesfeuerwehrverband Bayern, Bezirksfeuerwehrverband Oberbayern, Ratgeber der Versicherungskammer Bayern

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